Vorstellung Brigitte Take MdL - Kandidatin WK 22
KÖTHEN/MZ. Auf dem Schreibtisch von Brigitte Take in ihrem Köthener Abgeordnetenbüro liegt ein Stapel Faltblätter. Darin hat die CDU-Landtagskandidatin im Wahlkreis 22 (Köthen) zusammen gefasst, was sie ihren Wählern vor fünf Jahren versprochen und was sie davon gehalten hat. Brigitte Take spricht bewusst von einem Faltblatt und nicht vom "Flyer". "Wir sind schließlich in Köthen, der Stadt der Fruchtbringenden Gesellschaft", sagt sie, da sollte man die deutsche Sprache pflegen.
"Wahlkampf?", überlegt Brigitte Take, "den habe ich eigentlich die ganze Zeit gemacht. Ich habe die letzten fünf Jahre nicht geschlafen." Von Aktionismus hält sie nichts, sie möchte mit der Landtagsarbeit der letzten Jahre überzeugen. "Da konnte ich auch einiges für meinen Wahlkreis erreichen", sagt sie.
Manches davon geschah durch Weichenstellungen im Hintergrund, wie zum Beispiel die Förderung des neuen Musikschuldomizils. Davon hat sie nicht viel Aufsehen gemacht. Die neue Wohnanlage für Demenzkranke in Köthen, die Sanierung dreier Kirchen vor Ort, die bauliche Erweiterung des Ludwigsgymnasiums und das Mehrgenerationenhaus in Görzig habe sie neben anderen Dingen finanziell mit auf die Beine gestellt, bilanziert die Köthenerin. "Vieles konnte mit Geld aus Brüssel bewegt werden." Als arbeitsmarktpolitische Sprecherin ihrer Fraktion und Mitglied im Wirtschaftsausschuss hat sie sich für die Einführung der Bürgerarbeit ebenso engagiert wie für die Aufnahme des Fuhne-Radweges in den Landesentwicklungsplan. Letzterer liegt ihr besonders am Herzen, denn Brigitte Take wurde in Radegast geboren. "Ich bin mit Fuhnewasser getauft", schmunzelt sie. Aber auch Köthen ist für sie inzwischen Heimat. Dass der Schlosspark in die "Gartenträume" aufgenommen wurde, verbucht sie als Erfolg.
Ein um das andere Mal hat Take in den letzten Jahren Landesminister in ihren Wahlkreis geholt, um sie auf Probleme und Förderwürdiges aufmerksam zu machen. Dass die Bürger dies aufmerksam verfolgt haben und bei der Wahl honorieren, darauf hofft die CDU-Politikerin, deren politische Karriere erst 2001 begann. Als andere die Partei wegen der schwarzen Kassen in der Kohl-Ära verlassen haben, habe sie sich gesagt: "Wenn es unangenehm wird, sollte man der CDU nicht den Rücken kehren." Damals gab sie ihr Prinzip, keiner Partei angehören zu wollen, auf. Lange zuvor hatte sie ihren inzwischen verstorbenen Mann da bereits auf dessen politischen Weg begleitet. Mit Freude habe der sie später im Landtagswahlkampf 2006 unterstützt, erzählt sie. So wie auch Werner Sobetzko, in dessen Abgeordnetenbüro die 61-Jährige politische Erfahrungen gesammelt hat.
"Man kann mehr bewegen, wenn man einer Partei angehört", ist Brigitte Take heute überzeugt. Und bewegen möchte sie auch in der kommenden Legislaturperiode noch einiges. Zum Beispiel im Bereich Bildung, wo sie sich für die Freien Schulen in ihrem Wahlkreis ebenso engagiert wie für das praxisnahe Lernen an der Sekundarschule - durch Vernetzung von Schule und Unternehmen.
Als vertriebenenpolitische Sprecherin und Migrationsbeauftragte will sie dafür eintreten, dass deren Bildungsabschlüsse im Hinblick auf den Fachkräftemangel in Deutschland anerkannt werden. Auch bei der Gemeindeneugliederung im Südlichen Anhalt sieht die CDU-Frau noch Handlungsbedarf. Sie plädiert für die Sicherung der Außenstellen in Gröbzig und Quellendorf - als Anlaufpunkt für die Bürger. Für Radegast möchte sie erreichen, dass der "Prinz von Anhalt" wieder ein würdiges Innenleben bekommt.
Und worauf freut sich Brigitte Take ganz privat? "Darauf, mehr Zeit mit meinem Enkel Niklas zu verbringen, der in Worms lebt", sagt die 61-Jährige, die es fertig bringt, sich spontan nach einer Landtagssitzung ins Auto zu setzen und loszurauschen. Zwischen den Besuchen tröstet sie sich damit, mit dem Zweijährigen über Skype zu telefonieren.
Artikel aus der Mitteldeutschen Zeitung von Ute Hartling-Lieblang, 10.03.2011
