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Vorstellung Herbert Hartung MdL - Kandidat WK 28

WOLFEN/MZ. Der kleine Ort Cösitz hat es ihm schon immer angetan. Jedes Mal, wenn Herbert Hartung Schulferien hatte, kam er aus dem Westharz nach Cösitz, wo der Urgroßvater Hofmeister auf dem Rittergut war, wo Onkel und Tanten und Cousins lebten, wo "viel Verwandtschaft war".

Inzwischen ist ihm Cösitz richtig Heimat geworden, hier geht er jagen, und hier arbeitet er mit im historischen Park. Seit 1994 sogar lenkt er die Geschicke des Zörbiger Ortsteils als ehrenamtlicher Bürgermeister. Mehr noch: Der CDU-Mann engagiert sich seit 2006 im Landtag von Sachsen-Anhalt. Dafür kandidiert er nun erneut.

"Ich war schon immer daran interessiert, was in meiner Umgebung passiert", sagt der Kaufmann. "Kommunalpolitik ist das, was mich angeht. Ich denke, man sollte den Alltag aktiv mitgestalten, statt von außen zuzuschauen." Insbesondere um Bildung geht es dem 63-Jährigen. Er will, dass die Prüfungssysteme vereinheitlicht werden und damit die Abschlüsse in jedem Bundesland gleichermaßen anerkannt sind. "Egal, welche Partei wo Politik macht. Die Länder sollen sich einigen", sagt er.

So ist er auch strikt dagegen, jetzt noch weitere Schulen zu schließen. "An der Bildung dürfen wir nicht sparen. Das ist unsere Zukunft", sagt Hartung, der weiß, wovon er spricht. Schließlich war er jahrelang allein erziehender Vater von zwei Töchtern. "Ich habe schon immer gern mit jungen Leuten zusammengearbeitet", sagt er und berichtet von seinem Engagement für die Bildungslandschaft Zörbig. "Hier hatten wir richtig zu kämpfen um die Förderung. Das Projekt wird klasse, es ist einmalig in Sachsen-Anhalt. Kita, Hort, Grund- und Sekundarschule sind ganz nahe beieinander. Das sind kurze Wege für alle, und dennoch bleibt die Art der Bildung individuell. Man sollte so etwas viel mehr fördern und sich nicht den Gedanken einer Gemeinschaftsschule hingeben", erklärt er seinen Standpunkt.

Und da ist er mit der Förderung von Kindereinrichtungen gleich beim nächsten Punkt. Bunte Zeichnungen zieren sein Büro in Wolfen, und mancher trübe Gedanke wird wohl mit dem Blick auf die bunten Wände schon in einen erträglichen umgewandelt worden sein. Die Bilder nämlich sind Geschenke der Kinder seiner Paten-Kitas "Buratino" in Wolfen und "Zwergenland" in Stumsdorf.

Doch weiß auch Hartung, dass all das ohne eine florierende Wirtschaft nicht gut funktionieren kann. So geht es ihm um die Förderung des Mittelstandes, der in Sachsen-Anhalt der größte Arbeitgeber ist. Ihm sei wichtig, zu helfen, dass Fördermittel fließen, dass Insolvenzen verhindert, dass nützliche Verbindungen geknüpft werden, betont er.

Moderne, sichere Arbeitsplätze sind in seinen Augen auch so etwas wie ein gutes Unterpfand, dass junge Leute in ihrer Heimat bleiben oder - und das findet er bemerkenswert - wieder zurückkommen. Die Initiative des Landes, meint er, trägt Früchte. "Natürlich gehört auch ein Umfeld dazu, das das Leben attraktiv macht", sagt er, und er sieht, dass es sich entwickelt: die Goitzsche und die Dübener Heide, das neue Wolfen-Nord. "Es entwickelt sich, wir müssen noch etwas Geduld haben."

Artikel aus der Mitteldeutschen Zeitung von Christine Krüger 01.03.2011

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